Ich will euch aufmerksam machen

“Ich will euch aufmerksam machen

Ich will euch aufmerksam machen auf die Macht die ihr habt
Ihr alle.
Ihr alle seid Konsumenten
Ihr alle bestimmt Angebot und Nachfrage
Ihr alle habt die Macht zu hinterfragen und zu entscheiden

Macht bedeutet Verantwortung gegenüber dem, was man in diesem kapitalistischem System erwirbt
(bzw. was davor geschah) und somit unterstützt
Wir alle haben die Verantwortung ob weiterhin Ausbeutung und Grausamkeiten passieren
Auch ohne dass ihr wisst bzw. seht wer leidet oder dass überhaupt gelitten wird
Ausbeutung jeglicher Art passiert und existiert.
Es ist anstrengend sich zu informieren oder Bewusstsein zu schaffen
Weil die Gewohnheit selten hinterfragt geschweige denn verändert wird
Weil es schmerzhaft ist
Weil es vielleicht bedeuten würde, eurer Leben grundauf zu verändern
Weil es schon vor so langer Zeit konditioniert wurde
In der Zeit habt ihr begonnen, es als normal zu betrachten und nicht mehr nachzufragen
Die Ahnung, man könnte auf etwas Schmerzvolles stoßen hat euch wahrscheinlich geholfen
Wenn ihr es wusstet- musstet ihr wahrscheinlich aufhören zu fühlen
Habt euch Prinzipien erschaffen, die für euch gelten…
Weitere Fragen und Schlüsse werden daraus gezogen
„Eigentlich will ich ja keine Grausamkeiten, keine Ausbeutung, kein Leid unterstützen
Aber ich kann nun mal nicht verzichten
Eigentlich will ich nicht verzichten
Außerdem habe ich keine Zeit mich zu informieren
Ich nehme mir keine Zeit mich zu informieren
Ich habe keine Lust weil es geht mich ja fast nichts an
Und es würde mir ja vielleicht den Tag verderben
Oder überhaupt den Konsum an sich
Ich könnte es ja nicht mehr genießen, wüsste ich was dahinter steckt
Oder wenn ich ehrlich bin
Doch
Schließlich kann ich Dinge gut verdrängen

Ich unterstütze Leid, weil ich nicht verzichten will und es vielleicht weitere Bewusstseinsfragen aufruft, von denen ich eigentlich noch weniger wissen will oder für die ich einfach keine Zeit habe
Schließlich muss ich mich mit anderen Dingen beschäftigen
Nicht mit Ausbeutung, die traurig ist, aber die ich einfach nicht umgehen kann und die mich aber eigentlich auch fast nichts angeht
Es geht eben nicht

Ich werde mein Bewusstsein nicht öffnen oder meinen Lebensstil ändern, nur damit Leid minimiert wird
Das Leid, welches ich angeblich unterstütze, existiert für mich nicht
Ich werde weiterhin die Augen schließen
Ich habe schließlich das Glück ein Mensch zu sein und in diesem Land geboren zu sein
Es ist halt wie es ist, da kann man nix ändern“

Oder aber :
Ich glaube, an eine Veränderung
Ich verzichte, weil ich kein Leid unterstützen will
Punkt

Egal ob ihr sie annehmt oder so tut als hättet ihr keine Macht
Ihr habt Macht über euren Konsum
Und ihr habt Verantwortung gegenüber allen Beteiligten und Ausgenutzten.”

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5 thoughts on “Ich will euch aufmerksam machen

  1. Ja, der Punkt ist unheimlich wichtig. Es wird immer so getan, als ob man keine Macht hätte. Ständig sieht man sich nur als einer von Millionen Wählern und was macht der schon aus. Gestern erst las ich ein Essay aus “der Zeit”, in dem es darum ging, dass Vegetarier und Veganer unrecht hätten mit ihrer Einstellung und in einem Punkt hieß es ungefähr, dass man sich lieber für bessere Bedingungen einsetzen sollte, als auf Fleisch zu verzichten. Mein Verzicht auf Fleisch ist Teil meines Einsatzes, das wurde da nur ganz offensichtlich noch immer nicht erkannt. Natürlich kann ich die Grünen wählen und darauf hoffen, dass mit denen eine bessere Umwelt- und Tierschutzpolitik gemacht wird, aber viel mehr bringt es, wenn ich direkt da anfange, wo das Problem eigentlich beginnt, nämlich bei mir. Nicht auf eine Partei oder eine Organistaion abwälzen, was man selbst tun kann. Ich sehe in meiner Umgebung immer mehr Optionen geschaffen, um neben diesen ausbeuterischen System zu leben. Diese Optionen leben natürlich von diesem System (z.B. Containern). Aber sie unterwandern es auch. Der Aufruf ist absolut richtig und ich würde gern diesen Beitrag (und vielleicht auch andere) in einem neuen Blogprojekt rebloggen. Erhalte ich dafür deine Zustimmung?

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    • Lieber Ben, vielen Dank für Deinen Zuspruch! Je mehr Leute ihre eigene, individuelle Verantwortung erkennen umso mehr sehen sie, dass wir als Einzelne zum Gesamten gehören und diesen auch formen – und umformen können. Klar kannst Du dies Rebloggen! starker Kommentar, merci!

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      • Super, dann wird es rebloggt. Ich kenne ein paar Leute, die gerade einen Laden eröffnet haben, in dem alles gemacht werden kann. Ob er dauerhaft finanziert werden kann, ist noch fraglich, aber überhaupt mal etwas zu starten. Dort eine Begegnungsstätte für alle Menschen zu haben, das ist ein schöner Anfang. Es darf dort jeder Künstler etwas veranstalten, ebenso gibt es Treffen zum Foodsharing, zum Containern oder zum Umgang bei Protesten. Jeder darf dazu beitragen, dass das Projekt funktioniert und bisher funktioniert es tatsächlich 😀

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    • So einen Laden fürs Miteinander finde ich wirklich klasse! wo ist der denn? Ich würde gerne in München so einen aufmachen, aber das geht bei den Mietpreisen leider nicht. Vielleicht Berlin…da gibt es auch immer mehr. Hauptsache es funzt!

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