Filmrezension: “LABOR DAY” by Jason Reitman (2013)

LaborDayFilm

Man sieht es schon an dem Palakt: das Originale erste Poster zeigt Kate Winslet mit leicht ängstlichem, verstörtem Blick, dagegen Josh Brolin achtsam und stark.

Beide in Spannung, da der Junge (Gattlin Griffith) draußen mit jemandem Kontakt hat. Die beiden wollen nicht gesehen werden. Sofort fragen wir uns: wer ist da? Warum ist Kate festgehalten? Was ist das für ein Typ da? Was ist passiert? Genauso zeigt uns Jason Reitman die Verfilmung des Romans der amerikanischen Joyce Maynard von 2009. Ein spannungsvolles Kammerspiel zwischen drei charakterstarken und doch sehr stilen Figuren: ein unschuldiger Mörder auf der Flucht vor seiner Haftstrafe – eine geschiedene Frau mit Agoraphobie – ein pubertierender schüchterner Junge. Es bleibt ein seichtes Gefühl des Unwohlseins übrig, da der Film in 111 Minuten sehr einfühlsam die Erfahrungen der drei erzählt. Wie man* weiß ist das Leben ja kein Ponyhof… Alle drei haben dunkle Schatten auf ihrer Seele. Der Junge erzählt eigentlich die Coming-of-Age-Geschichte, was nicht ganz klar dargestellt wird – im Gegensatz zum Buch – und somit nicht besonders einen erzählerischen “rote Faden” erhält, dennoch schauspielerisch wie auch visuell keine Sekunde aus dem dramaturgischen Bogen rausfällt. Jason Reitman kann inszenieren. Er hat hier ebenfalls als Drehbuchautor und Produzent mitgewirkt.

Leider ging der sentimentale “Labor Day” bei Preisen bisher leer aus. Auch Kate Winslet bekam nicht den Golden Globe 2014 für die “Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama” (Dieser ging an Cate Blanchett für Blue Jasmin) Der Verleiher ist hier sehr vorsichtig. Es ist auch kein “Feel Good Movie”, sondern eher eine klare (rationale) Momentaufnahme als (emotionale) Lebensstudie.

Für die internationale Vermarktung v.a. in Europa zeigt Paramount Pictures lieber eine Art Liebesgeschichte, s. Plakat unten:

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Hellere Farben, mehr Sonne, ein intimer Moment zweier sich offenbar doch näher stehenden Personen. Vermutlich hat der Verleiher weniger Kopien als geplant im Laufen und versucht so, wenigstens ein paar Frauen zwischen 30 und 50 über die romantische Kate Winslet ins Kino zu locken – oder über den starken Josh Brolin, der uns in die Arme schließen will. So vermag es zu funktionieren. Nicht grandios, aber immerhin.  Er läuft seit dem 31. Januar 2014 und hat von den $18 Mio. weltweit bisher knapp $19.3 Mio. eingespielt. Ab dem 8.Mai 2014 ist der Film auch in den deutschen Kinos zu sehen. Gerade so hat er nun doch noch den Break Even geschafft.

 

Categories: Economics, Film, German | Tags: critics, deutsch, film, film review, Filmkritik, German, mental health | Permalink

 

 

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