Filmrezension: The Zero Theorem von Terry Gilliam

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Endlich ein neuer Film von Terry Gilliam! Auch wenn die Handlung eher redundant erscheint, da es so gut wie keine gibt und geben soll, ist es mal wieder ein Farbenspiel in einer wundersamen Welt: Christoph Waltz ist hier ein Hacker mit einer schüchternen, leicht autistischen Art, die alleine schon den Film sehenswert macht. Er zeigt wieder einmal eine ganz andere Facette seiner Schauspielkunst. Diese Welt hier von Terry Gilliam besteht aus Steam Punk, in der alte und neue Technologien verschmelzen – zu einer post-modernen über-kommerzialisierten, grotesken Gesellschaft. Aber das Drehbuch stammt diesmal ohne Mitwirkung von Terry Gilliam, nämlich von Pat Rushin, der nach einem Kurzfilm hier seinen ersten Feature geschrieben hat. Die 107 Minuten drehen sich um den Sinn des Lebens. Christoph Waltz möchte wissen, warum er hier ist und was das alles bringt. Er lernt ein nettes Mädchen kennen (Mélanie Thierry), in das er sich wohl oder übel wohl verliebt oder auch nicht. Und sie in ihn oder auch nicht. Was ist Leben? Was ist Wahrheit? Wer sind wir und vor Allem wo? Und was ist Realität? Und wie verrückt darf jedem seine eigene Realität sein?

Allein das unglaublich großartige Set-Design ist schon sehenswert. Matt Damon als “Management”  und Tilda Swinton als “Dr. Shrink-Rom” kommen in drei Szenen vor, die in üblicher Manier der beiden gespielt sind. Tilda ist nur on-screen über die Bildschirme zu sehen und sie ist fast identisch wie in “Snowpiercer” oder gar “The Grand Budapest Hotel”. Dafür sind die weiteren Nebenrollen genial besetzt (u.a. Ben Whishaw und Lily Cole)und der Ideenreichtum in Feinstarbeit an Kostüm und Gesamtkonzept ist erstaunlich! Inhaltlich vermag er ebensoviel oder -wenig versprechen wie damals “The Imaginarium of Doctor Parnassus” (2009) or  gar “Tideland” (2005). Der Film soll an das gesellschaftliche Irren wie in Brazil (1985), nur diesmal an die heutige Zeit erinnern. So sieht diese (auch mit Bibel-Anspielung des Buches Kohelet) doch eher pessimistisch oder gar nihilistisch aus. Doch die Reise ist bunt und voll von Träumen.

Für ein Budget von geschätzen US$ 13.5 Mio. (€ 10.34 Mio) hat er bisher nur US$ 771.000 eingespielt, obwohl er schon weltweit veröffentlicht wurde. Die letzte Hoffnung liegt nun in Deutschand, auch wenn es für den Break-Even nicht reichen wird. Vielleicht versuchen daher die Verleiher jeder mit seinem Plakat auf den grünen Zweig zu kommen…  Also: Wer Lust auf eine bunte nonesense-Suche nach der Wahrheit des Lebens hat, sollte dieses Zero Theorem nicht verpassen, denn wie der deutsche Untertitel, den die Concorde Filmverleih ihm gegeben hat, so schön sagt: Das Leben passiert jedem.

Ab 27. November 2014 im Kino.

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